Die Kürzungen im Bereich der internationalen Solidarität treffen Menschen mit Behinderung unmittelbar. Setzen Sie sich dafür ein, dass Inklusion weiterhin eine Priorität bleibt.
Inklusion neu definieren, zwischen Ausgrenzung und Infragestellung
Inklusion galt lange Zeit als gemeinsames Ziel, als Selbstverständlichkeit in der Entwicklungs- und Solidaritätspolitik. Doch heute wird dieser Begriff zunehmend in Frage gestellt. In einem Kontext, der von zunehmenden Ablehnungsdiskursen, identitärem Rückzug und einer Neuausrichtung der politischen Prioritäten auf Wirtschaft und Sicherheit geprägt ist, rückt Inklusion zunehmend in den Hintergrund. Sie wird manchmal als nebensächlich angesehen oder sogar angefochten. Inklusion ist jedoch mehr als nur eine Absicht: Sie ist eine konkrete gesellschaftliche Entscheidung, die Systeme so anzupassen, dass jedem – und insbesondere Menschen mit Behinderung – ein echter Zugang zu ihren Grundrechten gewährleistet wird.
Konkrete Auswirkungen vor Ort
Dieser Rückgang ist keine abstrakte Angelegenheit: Er hat bereits direkte und messbare Folgen. Die Kürzungen bei den Mitteln für die internationale Entwicklungshilfe schwächen wichtige Bereiche wie Bildung und Gesundheit, wobei die Rückgänge nach einigen aktuellen Prognosen bis zu 25% bzw. bis zu 40% betragen können. Für die 1,3 Milliarden Menschen weltweit, die mit einer Behinderung leben – die meisten davon in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen –, bedeuten diese Kürzungen eine Unterbrechung von Dienstleistungen, einen eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung oder Beschäftigung sowie eine zunehmende Ausgrenzung. In der Praxis bedeutet dies, dass Programme eingestellt, Betreuungsangebote gestrichen werden und viele Menschen eine lebenswichtige Unterstützung verlieren. Die am stärksten gefährdeten Menschen sind immer als Erste betroffen.
Inklusion wieder zu einer Priorität machen
Angesichts dieser Rückschritte muss dringend bekräftigt werden, dass Inklusion weder ein Luxus noch eine Option ist, sondern eine wesentliche Voraussetzung für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung. Eine inklusive Gesellschaft lässt niemanden zurück: Sie erkennt die besonderen Bedürfnisse jedes Einzelnen an und richtet sich darauf ein, diesen gerecht zu werden. Über die moralische Verpflichtung und die Menschenrechte hinaus ist Inklusion auch eine rationale Entscheidung, die der gesamten Gesellschaft zugutekommt, indem sie den sozialen Zusammenhalt stärkt und das Potenzial jedes Einzelnen fördert. Inklusion wieder zu einer Priorität zu machen bedeutet, sich gegen Abschottung zu entscheiden und sich für eine gerechtere, solidarischere und widerstandsfähigere Gesellschaft zu entscheiden.
Welche Zukunft gibt es ohne Inklusion?
Inklusion verändert Leben. Fehlt sie, können sich Leben nicht entfalten.
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